3,9 m/s in 100 Tagen oder 6,4 m/s in 18 Monaten ?

Der Zankapfel aus dem Spargelwald Stillfüssel

Die mittlere Geschwindigkeit des Windes ist das Thema, welches zum Zankapfel taugt! Liegt dem zukünftigen Betreiber der subventionierten Anlage möglichst an einer stringenten Darstellung der Effizienz seines Projektes, so mag der Gegner in die Bresche hauen, sobald er die ersten Anzeichen für ein Totalversagen der Theorie findet. 

Die dafür magische und zugleich maßgebende Grenze sind 6 m/s im Jahresmittel , da diese Zahl als Richtwert für wirtschaftlichen Betrieb liefert oder darunter liegend eben auch „Geldverschwendung“ signalisiert. Das dürfte „egal“ sein, handelt es sich jedoch bei den eingesetzten Geldern um Subventionen aus dem Bevölkerungsweit gespeisten EEG Fördertopf. Etwas über 8 CENT pro Kilowattstunde werden – ziemlich ähnlich dem Modell der früheren DDR Wirtschaft –  für jede produzierte Kilowattstunde „gezahlt“. Richtig,  produziert, nicht abgenommen. 

Aus diesem, in meinen Augen, überaus kurzsichtigen Förderungskonzept erwachsen mehr Probleme als man sich das zur Gründerzeit der Windindustrie hätte vorstellen können. 

Bleiben wir am Ort: Ein Energieversorger investiert sein Geld in einen 120 m hohen Messmast nebst Ausrüstung. 250.000 EUR dürfte eine eher kleine Schätzung der dafür verbrauchten Kosten sein. Was genau sollte nun den Versorger, der eben seinen Claim angesteckt hat, denn noch dazu veranlassen an diesem Standort keine Subventionen zu „produzieren“ ? Im Gegenteil, er würde sich bei der nächsten Aktionärsversammlung vermutlich selbst unter die Räder bringen. Beim Projektausstieg würden ja nochmal ca 150.000,– EUR für den Rückbau fällig.

So könnte es passieren, dass man, der Wahrheit Tribut zollend, ein eigenes Darstellungskonstrukt aussinnt, indem es gilt, die Zeiträume derart zu legen um damit die Zielvorgabe eben noch zu treffen. Eben jene 6,4 m/s in 18 Monaten. Die Aussagefähigkeit als solche ist zu Null zu setzen. Wenn da zwei Mal Herbst und Winter dabei ist, sind die Werte grob verfälscht. 

Der Odenwald, Opfer von Rechenspielchen ?

All das dürfte egal sein, wäre nicht die Natur das Opfer solcher „Rechenspielchen“. Der Odenwald, liebe Leser, insbesondere das Stillfüssel sind keine Windindustrie Standorte. Auch nicht, wenn man in der letzten möglichen Sekunde im Regierungspräsidium Darmstadt den Sofortvollzug anordnet. 

Bleiben Fragen : Wird es eine selbstschudnerische Bankbürgschaft für die gesamten Rückbaukosten geben ? Wenn man Wald angeblich an anderer Stelle wieder aufforsten will, wie will man Sicherheiten für nachweislich 2 Brutpaare Schwarzstörche geben, wie will man die Opfer der durch Windräder erschlagenen Rotmilane „kompensieren“ ?

Kein „Grünes Projekt“ , eher ein „Blutrotes Konzept“.

Meinem mangelhaften juristischen Wissen ist es geschuldet, dass ich nicht einzuschätzen vermag, wie man es im Jargon nennen würde, wenn man die Realität so lange biegt, bis sie passt ?! 

Ich wünsche dem Stillfüssel eine windstille Zukunft !

Weinheim im Juli 2017

Jürgen Günther

 

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