Curriculum Odenwälder Windmessung, der Diesel Skandal der Windkraft Anlagen ?

Wenn man beginnt sich in die Thematik „Windkraft“ einzuarbeiten, kommt man schnell an einen Punkt, der Interpretationen aus den gesetzlichen Vorgaben mehr oder weniger aufdrängt !

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Was genau meint der Begriff WINDGESCHWINDIGKEIT wie der in den Genehmigungsurkunden verwandt wird ? Den der Metereologen, der das 10 Minütliche Mittel der gemessenen Winde beinhaltet ? Ok, Statistik in Mathe am Gymnasium, Statistik an der Hochschule, das kann eigentlich nur dieser Wert sein. Mehr dazu später !

Zwei Rechnungen, zwei Ergebnisse, die Lösung bringt noch mehr Fragen

Die wenigsten Mitmenschen stellen sich gegen Windkraft, weil sie etwa nativ so ein Gefühl in sich haben. Nein ! Selbstverständlich nicht.  Relativ oft kommen Landsleute offen und interessiert an das Thema. Ja Mensch, man muss doch etwas tun, gegen die Erwärmung, gegen den Frevel an der Natur.

Je intensiver man sich mit dem Thema beschäftigt, desto größer werden aber auch die Zweifel.

Ich für meinen Teil habe beschlossen,  mir selbst einmal die nicht vorhandenen Angaben zu mittleren Windgeschwindigkeiten zu „beschaffen“. Früher undenkbar, finden sich heute für jeden Berg im Odenwald Angaben zu Windgeschwindigkeiten bei renommierten Schweizer Meteorologen.  Der Rest ist Fleißarbeit, umrechnen des Bodenwinds über einen sogenannten „Gradienten“ auf die Höhe der Mitte der Windkraftanlage. Mag sein, dass die Genauigkeit nicht vollendet ist, aber sie hält einer Überprüfung mittels Drehbeginn der Windräder bei 3 m/s stand.

Wenn du die Meteorologie an der Anlage hast, hast du auch den Fledermaus -Schutz und dessen Kontrolle

Die oben kurz angesprochenen fortlaufenden, stündlichen Mitschriften in eine Datenbank, deckten nicht nur Abweichungen zu den Konzernangaben der mittleren Jahreswindgeschwindigkeit ( die man penetrant fragend irgendwann durch einen Politiker erfahren konnte), diese ermöglichten auch eine Kontrolle der Einhaltung der Abschaltungen zum Fledermaus Schutz. Streng nach Vorgaben der Genehmigung.

Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst !

Kaum eine der gerechneten Prognosen zur Abschaltung der Anlagen trat ein. Da reibt man sich schon mal verwundert die Augen, stellt seine Rechnungen in Frage und beginnt zu grübeln. Aber halt, der Schweizer Meteorologe dem ich eigentlich nur dankbar sein kann, führt eine weitere Rubrik. B Ö E N ! Wie  Böen ? Das kann doch nicht wahr sein ? Abschaltungen wegen Böen ? Böen die vielleicht nur einmal für ein paar Sekunden in einer Stunde vorkommen ?

Das Papier nicht wert auf dem es steht ….

Genau das dachte ich mir, als ich mir Gewissheit verschaffen hatte, dass tatsächlich generell nur Böen zur Beurteilung der Abschaltkriterien herangezogen werden. Denken Sie, liebe Leser, die abgebildete Fledermaus kann sich als Bedingung für ihren Nahrungsflug an Böen orientieren, die vermutlich erst nach deren Start in den Abendhimmel auftreten werden ? Denkt jemand, sie würde umdrehen, wenn für wenige Sekunden eine Windgeschwindigkeit über 6 m/s eintritt ? Böen wie Fledermäuse haben die unangenehme Eigenschaft beide am Abend zu starten !

Quintessenz Fledermaus Schutz an der untersuchten Windkraftanlage „Stillfüssel“:

Der Profit mMn ist der Vater des Gedankens und des Handelns. Der Schutz der Tiere wird herunter gebrochen auf ein irreales Szenario, die Vorgaben werden durch Interpretation beliebig aufgeweitet. Man möchte meinen die Millionenschweren Windkraftanlagen tragen eine Tschibo Wetterstation für 9,90 EUR in sich. Oder sollte ich – ein wenig populistisch- darüber nachdenken, wie genau die Parallelen zum Dieselskandal aussehen könnten ?

2 Antworten

  1. Holger Groh sagt:

    Ich kann die mangelnde Qualität der sog. Abschaltautomatik zum Fledermausschutz nur bestätigen. Die Regeln zum Fledermausschutz sind von Windpark zu Windpark in Hessen und ganz Deutschland uneinheitlich, die Umsetzung ist mangelhaft und die Kontrolle durch das Regierungspräsidium ist unzulänglich. Wenn die Tierschützer vor Ort nicht aktiv die Mängel beim RP aufzeigen würden, wäre der praktizierte Abschaltalgorithmus völlig wirkungslos. Insgesamt wird durch solche Mechanismen dem Bürger suggeriert man könne mittels mathematischer Formeln die Natur und insbesondere hier das Flugverhalten von Fledermäusen, vorausberechnen und damit die Gefahr für das Leben diese Tiere aus der Welt schaffen. Das funktioniert nicht. Die Fledermauspopulation am Stillfüssel ist nach meinen eigenen Beobachrungen bereits jetzt rückläufig, und wird auf lange Sicht aussterben. Dass die Hersteller die Vorgaben der Behörden nach wirtschaftlichen Prinzipien und nicht nach naturschutzlichen Prinzipien auslegen kennen wir tatsächlich aus jüngster Vergangenheit. Wir haben mal wieder nix hinzugelernt könnte man sagen…

  2. Hermann sagt:

    Lieber Jürgen, das hast Du hervorragend recherchiert und hier zusammen gefasst. Danke für Deinen Einsatz für unsere Natur

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