„Wo liegen denn Ihre Kompetenzen ?“

Mein Kommentar zum Beitrag des Berliners Hans-Josef Fell vom 4. Januar 2018

Ein (etwas zuversichtlicher) Beitrag aus dem „Bürgerforum Wald Michelbach“ erregt dem Anschein nach Gemüter. Meines nicht, ich möchte aber ein paar Dinge in etwas passenderes Licht rücken. Es war mir klar, dass man so eine Seite wie diese nicht betreiben kann, ohne von denen, die es besser wissen (wollen) ins Visier genommen zu werden.

Die Überschrift ist ein Zitat des „Forenbetreibers“, auf normale „Anrede Schreibweisen“ geändert.

http://www.buergerforum-ueberwald.de/t1731f27-Erneuerbare-Energien-schuetzen-vor-Stromblackout.html

Ich will versuchen auf die aufgestellten Theorien einzugehen und entsprechend einige Korrekturen anzusetzen, wie sie aus der angeblich verblendeten Sicht der Gröhlbacken Windkraftgegner erscheint. Sonst liest sich dieser Forenbeitrag wie die These:

IG Waldwende Überenergie empfiehlt Wölfe mit Bären zu bekämpfen.

Kein rassistischer, Menschen diskriminierender Beitrag. Lediglich ein Verweis auf den ersten Gedanken, als ich das gelesene noch als Büttenrede verstanden hatte.

Schaue ich mal eben in den Inhalt:

200 000 Haushalte waren im Atomland Frankreich gestern nach dem Sturm ohne Strom. Für Tausende von ihnen wird der Stromausfall noch einige Tage andauern. Wie man wieder gesehen hat, ist eine zentrale Stromerzeugung, z.B. Atomenergie mit den dazu nötigen langen und nicht sturmsicheren Freileitungen, bei Katastrophenwetterlagen besonders anfällig für Blackouts (Stromausfälle).

Der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien in Verbindung mit Speichern und Erdverkabelung ist der entscheidende Schutz vor Stromausfällen und eben nicht die ausschließlich nur Grundlast liefernden fossilen und atomaren Großkraftwerke – auch wenn es Kohle- und Atomlobby immer noch anders behaupten.

Was sagen die Franzosen ?

Hier kollidiert die These – was es ja augenscheinlich ist – des Herrn Fell ein wenig mit der Realität. Auf dem Bild jedenfalls kann man ein abgedrehtes Windrad sehen, was nachweislich nicht den Belastungen des Sturmes CARMEN stand hielt.

Mehr gab es bisher nicht zu sehen zum Thema Strom aus Frankreich. 

Ich frage mich, wieso man ständig implizieren möchte, dass „Keine Windkraft im wertvollen Wald“ – Menschen verblendete Atomkraftbefürworter seien ? Das ist kein Stück besser Herr Fell, was Sie da propagieren. 

Der Kernsatz Ihrer Aussage bis zu diesem Punkt ist also: Erneuerbare Energien sind besser, weil sie unterirdisch verkabelt sind. Und dezentral

Sie werden verstehen, wenn ich diesen Satz für sich allein stehen lasse. Das hat etwas von Humor, was Sie da schreiben. 

 
nbsp;

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Ich lese weiter: 

Die Erneuerbaren Energien seien nicht stetig verfügbar, würden keine Grundlast liefern und würden daher die Gefahren von Stromausfällen (Blackouts) erhöhen. Dieses Argument wird immer noch zentral von den Gegnern der Erneuerbaren Energien verwendet, um eine Legitimation für den weiteren Betreib ihrer fossilen und atomaren Anlagen zu schaffen. Doch dieses Argument ist genauso falsch wie die Mär vom teuren Ökostrom.

Ja mei Herr Fell? So ist es doch aber … Zwei Rubriken weiter links können Sie die unstete Versorgungsleitung IHRER Windkraftanlagen doch sehen. Denken Sie im Ernst ich male das selbst ? Zahlen Sie denn keine Ökostrom Umlage? Sind Mitglieder der grünen Kirche befreit ?

Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten. Ein lang andauernder, flächendeckender Stromausfall ist in der Tat eine existenzielle Bedrohung. Nach nur wenigen Tagen bricht die Versorgung mit Wasser, Treibstoffen, Lebensmitteln oder Geld aus Banken zusammen. Computer fallen aus und können nicht mehr das öffentliche Leben organisieren. Eine existenzielle Krise, die nur durch umfassende Blackout-Sicherheitsmaßnahmen vermieden werden kann. 

Eindrucksvoll hat dies der von mir als damaligen Berichterstatter für Technikfolgenabschätzung auf den Weg gebrachte Bericht des Büros für Technikfolgenabschätzung im Bundestag (TAB) im Jahre 2011 aufgezeigt.

Sicherheit vor dieser existenziellen Gefahr mit dem Zusammenbruch der Gesellschaft kann nur eine dezentrale, autarkiefähige Stromversorgung vor Ort in den wichtigsten Versorgungseinrichtungen wie Wasserwerken, Banken, Katastrophenschutz, Krankenhäusern, Lebensmittelmärkten, Treibstoffversorgung gewähren. Obwohl das Wissen über die hochgradige Gefährdung groß ist, gibt es kaum Vorsorge um vor Ort einen langandauernden und flächendeckenden Stromausfall aufzufangen.

Was versuchen Sie mir hier zu verklären ? So eine Art Angstumkehr ? Zusammenbruch der Gesellschaft weil es kein Bargeld gibt? Hallo ? Ich benutze Arbeitszeit für meinen Kommentar, ich gehe weiter in Ihrem Text:

Doch einzelne beispielhafte Aktivitäten machen vor wie es gehen sollte.
Als erste österreichische Gemeinde erstellte Stubenberg in der Oststeiermark gemeinsam mit Einsatzorganisationen und Verantwortlichen der Infrastruktur, wie der Feuerwehr, Rettung, Polizei, dem E-Werk Stubenberg und den Infrastrukturverantwortlichen der Bereiche Wasser, Abwasser und Wärme einen umfassenden Blackout-Schutzplan mit eigenem Krisenstab. Blackout-Übungen gehören zur Vorsorge in der Gemeinde. Eine Vollversorgung mit Ökostrom garantiert bei einem Totalausfall des überörtlichen Stromnetzes die Stromversorgung im Ort.

Na also. Fakten. Geht doch ! 

 vor 112 Jahren hat Stubenberg die Elektrifizierung mit umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft begonnen.
– ca. 8,4 Millionen kwH Umweltstrom werden vor Ort erzeugt.
– Der Energieerzeugungsanteil beträgt ca. 204 Prozent
– Der Blackout-Schutzplan sichert die Energie- und Stromversorgung von rund 600 Haushalten im Ort Stubenberg sowie Feuerwehrhaus, Rettungsdienststelle, Arztpraxis, Gemeindeamt, Straßenbeleuchtung und Lagerhaus-Tankstelle.

Werter, lieber Herr Fell. Sie schreiben in ein Überwälder Forum. Wo genau sehen Sie eine Versorgung aus 204% EE ? Wo ist die Wasserkraft als beständige Größe in Wald Michelbach, Siedlsbrunn oder Schönmattenwaag ? Der Eiterbach? Wow ! Oder gedenken Sie eine Versorgungsleitung nach Österreich zu verlegen ? (Humor)

Und so geht das weiter und weiter und weiter in der Serie der Beispiele. Haßfurth hat es geschafft ! Erneuerbare Energien via Elektrolyse zu Gas ! Yeah! Der Weisheit letzter Schluss Herr Feld. Nur leider … haben Sie vergessen dass 65% Wirkungsgrad weiter verarbeitet mit 60% Wirkungsgrad gerade mal noch 39% Wirkungsgrad übrig lassen.

Eine Batterie, die nach den Bekundungen der Firma Entega 14.000 Menschen energieautark für 2 Wochen leben ließe, hat die folgende Kapazität zu haben: 14 * 24 *17,5 [MWh] = 5880 MWh

Wenn Sie schon solche Beispiele anführen, dann doch bitte gleich mit Amazon Link oder lokalem Händler wo man diese Batterie kaufen kann ? 

Es wird endlich Zeit, dass das Geschwätz aufhört, Erneuerbare Energien würden die Stromversorgung gefährden und zu vermehrten Blackouts führen.

Es ist genau umgekehrt: Blackouts gibt es massenhaft in den Ländern, die voll auf die Grundlastkraftwerke wie Kohlekraft setzen. Südafrika z.B. setzt zu 90 % der Stromerzeugung auf Kohle. Aber die Wirtschaft und das tägliche Leben sind oft stundenlang gelähmt, denn stundenlange Blackouts sind dort an der Tagesordnung.

Huch ? Geschwätz ? Herr Fell, kennen Sie das Wort „inkompatibel“ ? Nicht vergleichbar ? Nichts gegen Ihre Äpfel, nichts gegen Ihre Birnen, aber lagern Sie die doch bitte deren Herkunft nach. Das deutsche Stromnetz mit Südafrika zu vergleichen, das ist schon bissel mutig, ne. Da kann jetzt jeder selbst denken . So mit Bevölkerungsdichte , DIN, EN Normen und so… Au weia.

Ich will das noch kommentieren, weil da stimmen wir, zumindest teilweise überein ! 

Die Lösung vor einem langandauernden flächendeckenden Blackout sind aber gut gebaute moderne Windkraft-, Biogas-, Wasserkraft-, Geothermie- und PV-Anlagen, die selbst schlimmsten Stürmen standhalten. Zudem braucht es Speicher und Erdverkabelung, damit auch der Stromtransport nicht im Sturm oder Schneechaos wie 2005 im Münsterland untergeht.

Mein Satz: 

Die Lösung vor einem langandauernden flächendeckenden Blackout wären aber gut gebaute moderne Biogas-, Wasserkraft- und PV-Anlagen, die selbst schlimmsten Stürmen standhalten. Zudem braucht es Speicher und Erdverkabelung, damit auch der Stromtransport nicht im Sturm oder Schneechaos wie 2005 im Münsterland untergeht.

Reicht halt net, gell ! 

Geothermie, das können Sie sich neben der Windkraft aus dem Programm streichen, kennen wir alle als Grundwasser Umschichtung und im Zuge der Veränderung der spezifischen Dichte des Bodenmaterials als höllisch gefährlich. Zum Gneis nochmal ! 

Schlusssatz:

Liebe Freunde der erneuerbaren Energien. Im Grunde denken wir das gleiche ! Wenn Ihr jedoch Ansätze vertretet, die nachweislich gegen Physik, Mathematik oder Chemie und Bodenmechanik verstoßen,werden weiterhin die nach Ihren Worten „gröhlenden Massen“ durch das Dorf der virtuellen Energieautarkie spazieren um auf deren belegbares Anliegen aufmerksam zu machen. 

Wenn einer kommt und mir erklärt, dass 2 x 2 gleich 15 ist, dann darf er weder Kumpernei noch parteiideologisches Geklüngel erwarten. Ich hatte Grün gewählt. Das was heute als Grün verkauft wird, ist das Etikett nicht wert auf dem es steht. 

Das Waldgebiet in Wald Michelbach ist für mich aus Tierschutzsicht zerstört. Ich hätte gerne, dass geklärt wird, wie es dazu kommen konnte. 

Danke

Lützelsachsen am 5. Januar 2018

p.s. Bitte verzeihen Sie mir, dass ich mich so in meine Mitwelt eingebunden fühle, dass ich es mir nicht leiste eine Internet Seite zu betreiben, in der ich mich als Weltretter darstelle.

Honi soit qui mal y pense ! 

 

 

1 Antwort

  1. Holger sagt:

    Es ist unglaublich wie versucht wird die Menschen zu veräppeln. Da sich so langsam zeigt, dass die so genannte Energiewende nicht zum Klimaschutzziel führt, versucht man nun mit der Blackoutstrategiedie Leute zu verängstigen und zum rücksichtslosen windkraftausbau in Naturschutzgebieten zu überzeugen.

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